MSC Lage e.V.
... der Club für Motorsport
 
Newsticker
Sponsoren
Unsere Geschichte

So fing alles an...Vereinsleben in den Anfängen
Es scheint fast so, dass der Motorsport der Nachkriegszeit in der Region seine Geburtsstunde in das Jahr 1951 gelegt hat. Überall bildeten sich Gruppen Motorsportbegeisterter, die den Weg zur Vereinsgründung fanden.

Das war in Lage nicht anders. Die Initiatoren hießen Rolf Braun und Otto Lüttmann. Sie fanden sofort eine große Gefolgschaft junger Motorradfahrer, die sich am 6. März 1951 im Amtshaus am Markt in Lage aus der Taufe hoben. Sie bilden damit einen der ersten Motorsportvereine in der Region.

Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Otto Lüttmann, Rolf Braun, Fritz Krüger, Günter Neuhaus, Heinrich Hüls, Robert Schnur, Emil Ottemeier, Fritz Stegelmann, Theo Hage und Reinhard Jürgensmeier.

Und wie das in vereinen so sein muss, braucht die Gemeinschaft einen Vorstand, der die Geschicke lenken soll. Beim MSC Lage wurde ein erster Vorstand am 10. Mai 1951 gewählt:

Vorsitzender Erich Glag
Stellvertretender Vorsitzender Artur Kaul
Schriftführer Emil Ottemeier
Sportleiter Heinrich Hüls
Schatzmeister Rudolf Nass


Die erste Satzung vom 19. Juli 1951, die die Regeln im Clubleben festlegte und die Verbindung zum ADAC und dem Gau Westfalen-Ost festschrieb, sollte lange Jahre bis ins Jahr 2000 halten. Qualitätsarbeit eben.

So ausgestattet konnte am 24. März 1952 die erste Eintragung im Vereinsregister des Amtsgerichtes, damals noch in Lage, erfolgen. Der verein führte fortan den Namen

MOTOR-SPORT-CLUB LAGE E.V. IM ADAC.

Das Vereinsleben begann so wie es in der Vereinssatzung beschrieben wurde mit der Pflege des Motorsports und der Kameradschaft. Die vielen gemeinsamen Fahrten zeigten bereits früh, dass die Mitglieder neben dem sportlichen auch dem gesellschaftlichen Teil zugetan waren. Ein Großteil der Freizeit wurde dem Vereinsleben und den diversen Zeitvertreiben der damaligen Zeit gewidmet. Gemeinsame Ausfahrten waren besonders beliebt. Diese führten z.B. zum Nürburgring, also zu Sportveranstaltungen, oder waren einfach Familienausfahrten ins Grüne, wie das Bild von der Fahrt zum Dümmer See zeigt.

Und die Clubmeisterschaften begründeten in dieser Zeit ebenfalls ihre Tradition. Da waren nicht nur motorsportliche Aufgaben zu erfüllen, sondern so ernstzunehmende Disziplinen wie z.B. Sackhüpfen, Suchen nach geparkten Fahrzeugen (nüchtern?), Räder wechseln, Tachowellen demontieren, Fuchsjagden und besonders wichtig: das Suchen von Blechdosen auf Rübenhalden. Engagement war Pflicht, mit gewissen Verlusten: Eingebeulte Autodächer oder verlorene Hosen beim Sackhüpfen. Clubmeister waren:

1951 Emil Ottemeier
1952 Artur Karl
1953 Günter Neuhaus
1954 Jürgen Esselmann
1955 August Wilhelm Held
1956 Fritz Drüke
1957 Heinz Brakhage
1958 Fritz Neese
1960 Hermann Wind
1961 Helmut Pape
1962 Helmut Mücke
1963 Helmut Mücke


Die Clubmeisterschaften wurden bis 1963 durchgeführt. Auch damals waren scheinbar große Unternehmen der Automobilindustrie ein Anziehungsmagnet für Ausflüge der Mitglieder gewesen. Schon 1956 gehörte das VW-Werk zu den Zielen der reiselustigen Truppe im Rahmen einer Fahrt in den Harz. Im gleichen Jahr gehörte ein Kurztrip nach Holland ebenfalls ins Reiseprogramm. Ein Besuch in Winterberg oder St. Andreasberg gehörte auch dazu. Spaß und gute Laune waren in jedem Fall im Gepäck.

Zum Seitenanfang
Die ersten Grasbahnrennen

Bereits in den Anfangsjahren begannen die Vorbereitungen für eine clubeigene Rennsportveranstaltung im großen Stil. Der damalige Vorsitzende, Erich Glag, war unermüdlich in seinem Einsatz, das erste Grasbahnrennen in Lage auf die Beine zu stellen.

Am 5. und 6. September 1953, auf den Tag genau zweieinhalb Jahre nach der Gründungsversammlung, fand im Ortsteil Ehrentrupp in Lage das erste "Hermannsland-Grasbahnrennen" statt. Übrigens auch das erste in Lippe überhaupt. Es trug den Namen zurecht und wurde für den Club der Erfolg, der das Bild diese Clubs in der Bevölkerung prägen sollte. Schon vor dem Rennen berichtete die Presse von dem bevorstehenden Großereignis. Über 130 Fahrer reisten an und lieferten sich von Beginn an packende Duelle.
Damals wurde in Klassen mit 125 bis 1200 ccm gefahren. Im vergleich zu heutigen Rennen waren auch mehr Runden auf der 520m Bahn zu absolvieren. Also richtige Knochenarbeit. Stürze waren keine Seltenheit, und harte Duelle gab es in jedem Rennen. Aber genau das war es, was die Zuschauer sehen wollten. Sage und schreibe 15000 Neugierige, wollten sich diesen Renntag nicht entgehen lassen. Das sind Zuschauerzahlen, die heute Seltenheitswert haben.
Damals waren auch Fahrer aus der näheren Umgebung erfolgreich. Namen wie Horst Esdar aus Bielefeld, Rolf Becker aus Bünde, Willy Auge aus Bad Oeynhausen oder auch Fahrer aus Lage wie Helmut Mücke, Werner Kelle, Gerhard Mahlmann, Karl Gutowski und Willi Wort gehörten dazu und sind vielleicht noch einigen in Erinnerung.
Dieses Rennen war der Beginn einer zwei Jahrzehnte währenden Zeit mit Höhepunkten im Grasbahnsport, die den MSC Lage nicht nur national, sondern auch über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus bekannt machte.

Zum Seitenanfang
Der Mühlenbrink - Die neue Heimat

Aber bereits damals konnte man erkennen, dass die eigentlichen Probleme der Veranstaltung mit der Präparation der Bahn im Zusammenhang standen. Schon nach dem ersten Rennen in Ehrentrup wies die Bahn zu viele Mängel auf, und deshalb musste ein passenderes Gelände gesucht werden. Das wurde in den städtischen Grenzen im Mühlenbrink gefunden. Das Gelände im Besitz von Landwirt Karl Bökhaus erwies sich als ideal. Und Herr Bökhaus stellte auch bereitwillig dem verein die "Wiese" für die Veranstaltungen zur Verfügung. Über die Jahre wurde er damals zum Mätzen des Vereines und Förderer des Motorsports in unserer Heimatgemeinde.
Im Folgejahr 1954, am 26. und 27. Juni, also hatte das Hermannsland-Grasbahnrennen seine zweite Auflage und Premiere auf der neuen Bahn.
Mit starkem persönlichem Einsatz der Mitglieder wurde hier eine Rennsportarena geschaffen, die einhellig vom Verein, der Presse und den Zuschauern als sehr attraktiv bezeichnet wurde. die Bahn lag nicht nur landschaftlich sehr schön und hatte dadurch eine einzigartige Atmosphäre, sondern wies gegenüber dem Ehrentrupper Gelände mit 612 Metern auch etwas mehr Länge auf.
Wie bereits erwähnt ist der wesentliche Grund für den Erfolg der Veranstaltung im Engagement der Mitglieder zu suchen. Nicht nur Erich Glag als 1. Vorsitzender, der mit Beharrlichkeit, Ausdauer und Konsequenz die ersten Erfolge ermöglichte, sondern auch Mitglieder wie Fritz Gerwien erwiesen sich regelrecht als "Arbeitstiere" bei der Ausführung ihres Hobbys.
Es gab natürlich auch Rückschläge. So war das Rennen am 6. und 7. August 1955 nicht besonders gut besucht. Da solche Veranstaltungen üblicherweise ohne Überdachung auskommen müssen, spielt das Wetter an den Renntagen für den Rennverlauf und natürlich auch für die Zuschauerresonanz eine wesentliche Rolle. Wenn es regnet nützt einem die beste Organisation nichts.

Internationale Bekanntheit lockte nun auch ausländische Fahrer in den Mühlenbrink. 1955 waren Fahrer aus Dänemark, Holland und Belgien vertreten. Der "fliegende Holländer" Paul Cordang war auf seiner Jap allen davon gefahren und Mann des Tages.

Zum Seitenanfang
Grasbahn - Die MSC-Erfolgsstory

Wie im Jahr zuvor war 1956 auch das 4. Hermannsland-Grasbahnrennen vom Sonnenschein nicht gerade verwöhnt. Durch die äußerst ergiebigen Regenmengen was das Bahngelände völlig überflutet worden, und glich eher einem Badesee. Eine Schwimmsportveranstaltung wäre hier angebrachter gewesen. Das Rennen wurde zunächst abgesagt, konnte dann aber doch eineinhalb Monate später am 8. und 9. September nach Freigabe durch die OMK durchgeführt werden. Bei nun herrlichem Sonnenschein fanden über 10000 Zuschauer den Weg in den Mühlenbrink, um die Höhepunkte mitzuerleben.
Der Salzufler Siegfried Klaus fuhr trotz Sturz in einem Rennen in der 125 ccm-Klasse auf seiner den heutigen Grasbahnmaschinen ähnlich aussehenden Jap-Spezialmaschine mit 67,5 km/h neuen Bahnrekord; und Alfred Dannmeier blieb Sieger im Länderkrampf gegen Holland Piet van Artzen, der auch in den späteren Jahren immer dabei war, bot dem Hamburger Dannmeier großen Widerstand. Bei den 500 ccm-Spezialmaschinen mit Jap-Motor hieß dann auch der Sieger Piet van Artzen.

Die Vorbereitungen für die 5. Auflage unseres Rennens liefen bereits auf vollen Touren, als für alle unerwartet der Motor der Vorbereitungen, der 1. Vorsitzende Erich Glag, am 27. Juni 1957 verstarb. Für Erich Glag übernahm Fritz Gerwin das Amt des 1. Vorsitzenden des MSC Lage.

In diesem Jahr musste trotz größter Anstrengungen das Rennen abgesagt werden, da das von Erich Glag begonnene Werk, die Bahn zu dränieren nicht abgeschlossen werden konnte. So blieb genügend Zeit bis zum nächsten Sommer, um die Dränagerohre für auch noch so große Regenmengen zu verlegen.

Das 5. Hermannsland-Grasbahnrennen wurde also erst 1958 durchgeführt. Sebastian Fischer und Siegfried Klaus hießen an diesem Tag die schnellsten Fahrer. Es konnte wieder ein neuer Bahnrekord mit nun 70,9 km/h aufgestellt werden. Auch der Besuch von 10000 Zuschauern war sehr zufriedenstellend.

Das Grasbahnrennen 1959 gehörte dann wieder mit einem Spitzenbesuch von 15000 begeisterten Motorsportfans zu den Großveranstaltungen in unserem Raum. Am Ende der Fünfziger Jahre ein Sinnbild für sehr erfolgreiche, erste Vereinsjahre.

Ein neues Jahrzehnt - Die Sechziger

Genauso vielversprechend wie das Jahrzehnt endete, begann auch für den MSC Lage das neue mit dem 7. Hermannsland-Grasbahnrennen 1960 und einem vollen Haus. Die zahlenden 15000 Neugierigen konnte etwas neues geboten werden. Einige Monate vorher war die Bahn um 200m verlängert worden. Die Feierabendstunden wurden geopfert, um eine Bachüberquerung aus 28 Betonröhren zu bauen; es mussten Erdmassen herangeschafft, Fußgängerbrücken gebaut und die Fahrbahn eingeebnet werden. Natürlich wurde der Renntag in diesem Jahr zu einem unvergessenen Erlebnis. Dazu passte der neue Bahnrekord von Siegfried Klaus. Andere hatten weniger Glück, wie Vallerie aus Minden, und brachten ihr Gespann ohne Motorkraft ins Ziel. Vallerie war einer der Fahrer, die mehr hinter als vor dem Feld fuhren und somit nie auf dem Siegertreppchen standen. Aber nach einigen erfolglosen Rennen wurde er für seinen unermüdlichen Einsatzwillen dann doch mit einem Kranz von Fritz Hummert ausgezeichnet.

Rennen Nr. 8 im Jahr 1961 gehörte ebenfalls wieder zu den großen. Mit den Engländern Parkins und Coffin ging die internationale Elite an den Start. 1961 gehörten zwei andere zu den großen Siegern des Grasbahnrennens in Lage. Neuer Bahnrekord, Doppelsieg von Coffin in zwei Klassen, dem Altmeister P.v. Artzen aus Holland, dem Hecht im Karpfenteich Siegfried Klaus und dem fliegenden Klappstuhl von Seitenwagenfahrer Hobert aus Bremen waren die Höhepunkte des Tages. Dazu gehörten aber auch die Unterhaltungsteile des Renntages. Um Fahrern eine Chance zu geben, die bisher an keinem Grasbahnrennen teilnehmen konnten, wurde ein Rennen veranstaltet, in dem Serienmaschinen an den Start gehen konnten. Und auch der ganz junge Nachwuchs wurde gefördert. Die achtjährigen Klaus und Lutz Kosleck fuhren mit einer kleineren Version eines Gespanns ein paar Runden. Die 10000 Zuschauer waren begeistert.

Zum Seitenanfang
Eine Veranstaltung wird Tradition

Wenn ein Club über viele Jahre erfolgreich seinen Sport betreibt, bleiben seine Aktivitäten bei den Sportinstitutionen und Verbänden nicht unbeobachtet. Der MSC Lage ist als Ortsverein ohnehin mit dem ADAC fest verbunden. Und so wurden auch Mitglieder aus unserem Club vom ADAC-Gau Westfahlen-Ost geehrt. 1961 wurden Fritz Hummert, als bekannter Gespannfahrer, sowie Fritz Eke, Rolf Braun und Otto Lüttmann mit der Ewald-Kroth-Madaille in Bronze ausgezeichnet.

Im gleichen Jahr konnte der Club auch sein erstes rundes Jubiläum feiern. Er wurde 10 Jahre alt. Und zu solchen Anlässen zeichnet auch ein Club seine Aktiven Mitglieder aus, zumal diese auf diesem Gebiet in unserem Raum Motorsportpioniere waren. Damals gehörten dazu: August Eke, Wilfied Röscher, Heinz Brakhage, Heins Husemann, Friedhelm Schlüter, Ernst und Wille Meier, Paul Neese, Herbert Füchtenschnieder, Reinfried Bork, Rudolf Hoekzema, Rolf Kramme, Gerhard Mahlmann und Fritz Bernhard.

Sportlich ging es dann 1962 weiter. Am 1. und 2. September war es soweit. 11000 kamen in den Mühlenbrink und sahen begeisternde Rennen. Siegfried Klaus holte seinen im Jahr zuvor verlorenen Bahnrekord mit der neuen Bestmarke von 79,4 km/h zurück, und Lew Coffin diktierte das Renngeschehen in seiner Klasse. Die Gespannfahrer Fritz Hobert und Kurt Staab mit dem bereits erwähnten "fliegenden Klappstuhl" verwandelten ihre Niederlage im Vorjahr in einen Sieg in diesem Jahr. Und was alle MSC-Fans erfreute; Helmut Mücke siegte in der Klasse bis 250ccm.

Die Veranstaltungen wurden bisher jedes Jahr im Herbst durchgeführt. 1962 wurde allerdings der Veranstaltungsrhythmus auf 2 Jahre geändert. Also fand 1963 kein Rennen statt.

1964 fand die Veranstaltung Ende August statt, u.a. mit dem damals amtierenden Weltmeister Barry Briggs aus Neuseeland. Der fuhr sogar bis Ende der siebziger Jahre noch sehr erfolgreiche Rennen.
Die Größe der Veranstaltung ließ sich nicht nur in der Zahl con 15000 Zuschauern messen, sondern es waren auch 3000 Parkplätze vorhanden oder wie die Jahre zuvor, eine Tribüne mit 1050 Sitzplätzen, die von Helfern vor der Veranstaltung auf und danach natürlich wieder abgebaut werden musste.
Und zu einer solchen Veranstaltung gehören viele Helfer; nicht nur die eigenen Mitglieder, sondern auch die Leute vom DRK, Feuerwehr, Bundeswehr und die Geländebesitzer Bökhaus und Becker, sowie Lagenser Unternehmen, wie z.B. Reiche und Stegelmann. Ohne eine solche massive Unterstützung wäre die Durchführung nicht möglich. Man muss diesen Helfern immer wieder für die tatkräftige Unterstützung danken.

Mit diesen Grundvoraussetzungen ausgestattet, ist man in der Lage den Zuschauern einen Renntag zu bieten, der zum Erlebnis wird. Dazu gehörten Bahnrekorde, mittlerweile von Barry Biggs auf 84,4 km/h geschraubt, den ständigen Höhepunkten der Seitenwagenrennen, oder auch einmal im Rennen mit Stürzen am laufenden Band. Im Rennen um die Nordwestdeutsche Bahnmeisterschaft blieb am Ende nur noch Dieter Kappler auf der Bahn und gewann ohne Konkurrenz.

Zum Seitenanfang
Ende des Jahrzehnts - neue Perspektiven

Ab 1966 übernahm Fritz Hummert für Fritz Gerwien den Vorsitz des Vereins. Er war bereits in den Jahren zuvor als aktiver Fahrer dem Grasbahnsport zugewandt, und somit war auch das 11. Hermannsland-Grasbahnrennen bei ihm in den besten Händen. 15000 Zuschauer wurden gezählt und spannende Rennen verzeichnet. Am Start war die Grasbahn-Elite, besonders in der Seitenwagenkonkurrenz waren Höhepunkte angesagt. Die größte Freude für den MSC Lage an diesem war neben dem reibungslosen Verlauf der Veranstaltung sicher der Sieg von Werner Kelle mit seinem Beifahrer Karl-Heinz Mähler, der die Klasse der Lizenzfahrer für Seitenwagen bis 500ccm überlegen gewann. Bei den Solisten glänzte besonders Gottfried Schwarze, der als Vorjahresmeister auch in diesem Jahr wieder erfolgreich war, und Tagesschnellster wurde.

Im gleichen Jahr, genau einen Monat vor der Veranstaltung verstarb Karl Bökhaus, einer der stärksten Förderer des Motorsports in Lage. Besonders der MSC Lage hat Karl Bökhaus viel zu verdanken. An dieser Stelle sei neben Herrn Bökhaus auch Herr Becker erwähnt, der ebenso wie dieser sein Gelände zur Verfügung gestellt hatte, und damit die Unterstützung zeigte, die anderswo oft zu wünschen übrig lässt.

Am 01. September 1968 fand als Höhepunkt des Sportjahres das 12. Hermannsland-Grasbahnrennen statt. Wie vor jeder dieser Veranstaltungen machte die Presse auf die sportliche Großveranstaltung aufmerksam. Und die Zuschauerresonanz von fast 10000 Motorsportanhängern bildete die richtige Kulisse für die angetretene Elite im Grasbahnsport. Immer mehr Nationen waren mit ihren Fahrern vertreten. Sie kamen aus England, Norwegen, Schweden, Dänemark und Holland um in Lage zu starten. Um so mehr ist die Leistung von Gottfried Schwarze aus Theenhausen zu bewerten, der an diesem Renntag die internationale Grasbahn-Asse hinter sich ließ. Die Seitenwagenkonkurrenz war wie so oft in den Jahren zuvor der Höhepunkt am Sonntag. Das Bremer Gespann Schneider-Adam sicherte sich überlegen, trotz vorzeitigem Regenabbruch der Läufe, den Sieg in seiner Klasse.

Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnte wurde erst 1972 zur Gewissheit. Grasbahnrennen konnten nur noch in den Jahren 1970 und 1972 durchgeführt werden. Die letzten Veranstaltungen, allesamt wie bisher großartige Rennsporttage, ließen nicht ahnen, dass die Fortsetzung letztlich an der Geländefrage scheitern würde. Das 14. Hermannsland-Grasbahnrennen 1972 bildete den Schluss einer 21 Jahre währenden Erfolgsstory erfolgreicher Grosveranstaltungen in Lage.

1968 und 1969 waren aber auch in anderer Hinsicht besondere Sportjahre. Der Verein begann sich weitere Standbeine zu schaffen. Der Turniersport und die Jugend-Verkehrserziehung wurden bald zu Dauerveranstaltungen.

Zum Seitenanfang
Siebziger Jahre - Trialsport
Trialsport in den 70ern

Was bereits am 31.08.1969 begonnen hatte, wurde in den Siebziger Jahren für den MSC Lage nun zur Hauptmotorsport-Veranstaltung. Das Mühlenbrink-Trial war die Möglichkeit für die Sportart-Spezialisten ihre Wertungspunkte für über-regionale Wertungen zu sammeln, in dem sie ihr Können im Umgang mit dem Motorrad im Gelände unter Beweis stellten, und diese Veranstaltungen bildeten auch die Einstiegsmöglichkeit für Fahrer, die mit Serienmopeds und -Mofas in separaten Klassen teilnehmen konnten. Natürlich war die Sektionsführung entsprechend einfacher gesteckt.

1971 gab es während des 3. Mühlenbrink-Trials auf der Mühlenbrink-Wiese auch ein Geschicklichkeitsturnier für Mofas und Motorräder. Einem Fahrradturnier ähnlich, war ein entsprechender Hindernisparcours möglichst fehlerfrei zu bewältigen.

In den Trialläufen der Siebziger und Achtziger Jahre waren diese als NG/NTP/GF- oder Jugendtrial immer in die ADAC- und überregionalen Wertungen eingebunden. Umso attraktiver stellten sich diese Veranstaltungen für die Teilnehmer dar.
Gewöhnlich sind die Trialfahrer abgehärtete Menschen, denen etwas feuchtes Wetter nichts ausmacht. Aber auch sie haben nichts gegen Sonne einzuwenden. Trotzdem die Witterung beim vorher veranstalteten 4. ADAC-Bergland-Trial des MSC Leopoldshöhe 1971 eher schlecht war, versuchte sich der Vorsitzende des MSC Lage Fritz Hummert als "Wetterprophet", und sagte den ungläubig lachenden Fahrern auf der Siegerehrung des MSC Leopoldshöhe gutes Wetter für die eigene Veranstaltung voraus. Natürlich haben Vorsitzende grundsätzlich Recht, aber in diesem Fall bestätigten auch die Tatsachen die Aussage, und so blieb die Veranstaltung trocken.

Das 4. Mühlenbrink-Trial wurde damals noch an zwei Tagen durchgeführt. Internationale Konkurrenz trat an, um sich zu messen. Viele Fahrer hatten mit dem schwierigen Gelände alle Hände voll zu tun. Doch bei dem guten Wetter konnte nichts den reibungslosen Ablauf am Samstag mit abschließenden gemütlichen Spanferkelessen im Clubzelt stören. Auch der Sonntag brachte gute Erfolge im vom Regen aufgeweichte Gelände. Trotzdem musste mancher englische Fahrer mit seiner schweren Geländemaschine von den Helfern aus dem viel Wasser führenden Oetternbach ans rettende Ufer gezogen werden.
1973 war das erste Jahr, in dem das 6. Mühlen-Trial und das 2. NTP-Trial die einzigen Motorsportveranstaltungen waren. Felix Kranstöver hieß der Tagesbeste und spätere Deutsche Meister. 45 Fahrer am Samstag und 30 Fahrer am Sonntag zum NTP-Trial bildeten das Fahrerfeld. Daneben gehörte auch wieder das Mofa- und Mopedturnier zum Veranstaltungsumfang auf der Mühlenbrinkwiese.
Vor das Abschlusswürstchen aus der fahrbaren 3 Sterne-Grillbude wurde harte Trial-Arbeit gesetzt. Das 7. NG Mühlenbrinktrial und das 3. NTP-Trial warteten 1974 mit gutem Teilnehmerfeld auf, klar, wenn es um Punkte zur Nordwestdeutschen Trialmeisterschaft geht.
Am 14. September 1975 wurde zum ersten Mal das Trial im Herbst durchgeführt. Die 8. Auflage der Veranstaltung lief ohne Probleme mit der gewohnten Routine ab. Und Abschluss war ein Spanferkel am Drehspieß. Einige behaupten, das Spanferkel sei der wichtigste Teilnehmer der ganzen Veranstaltung gewesen.
In diesem Jahrzehnt folgten nun regelmäßig in jedem Jahr zwei Trialsportveranstaltungen, die immer mit hohen Teilnehmerzahlen der motorsportliche Mittelpunkt des MSC Lage in diesem Jahrzehnt waren. Und das sollte sich zunächst auch nicht ändern.

An dieser Stelle sei vermerkt, dass die Mofa- und Motorradturniere weiterhin zum Veranstaltungskalender gehörten. Zuletzt wurden diese auf dem Werreanger-Schulgebäude durchgeführt. Jedoch litt diese Veranstaltung an stark zurückgehenden Teilnehmerzahlen, so dass sie aus dem Veranstaltungskalender genommen wurden.

Natürlich gab es in den Jahren neben den Sportveranstaltungen auch andere Aktivitäten des Clubs. 1976 war die Feier anlässlich des 25jährigen Bestehens sicher ein Höhepunkt, der im "Alten Krug" in Heiden gebührend gefeiert wurde.

1976 präsentierte sich der MSC Lage erstmals auf einem Stadtfest der Stadt Lage. Und nicht zu vergessen sind die legendären Winterfeste des MSC, die "Hundehüttenfeste" auf dem Gelände des Schutzhundevereins in Lage, oder das Fest auf der Hummertschen Kleinpferde-Ranch in Leopoldshöhe.
Als Club der sich dem Gemeinwohl der Stadt verpflichtet fühlt, veranstaltete der MSC 1971 mit 129 älteren Mitbürgern und -bürgerinnen eine Fahrt durch Lipperland.
Ein ganz wichtiges Betätigungsfeld des Clubs war in den Siebziger Jahren und auch danach das Engagement für die Verkehrserziehung der Kinder und Jugendlichen, wie es sich bereits in den Mofa- und Motorradturnieren darstellte. Zusätzlich, für die nicht motorisierten, aber mobilen jungen Verkehrsteilnehmer, führte der MSC Lage alljährlich ADAC-Fahrradturniere durch.

Zum Seitenanfang
Fahrradturniere - Verkehrserziehung
Fahrradturniere

Die Fahrradturniere waren das zweite "Standbein" des MSC Lage ab 1973. Bereits 1968 wurde das erste Turnier unter dem Motto "Nummer sicher" veranstaltet. Der MSC Lage suchte mit dem ADAC als Schirmherrn und der Polizei als unterstützende Institution alljährlich nach dem "Meister auf zwei Rädern". Mit dem 2. Fahrradturnier in 1971 startete eine lange Veranstaltungsreihe erfolgreicher Turniere mit hohen Teilnehmerzahlen auf dem Schulhof der Bürgerschule in Lage. Holzklotzacht, Spurbrett-, Kreisel- und Slalomstangenfahren, lenkerbreite einschätzen und Zahlenmerken. Alles Übungen aus dem Parcours.
Mit der Erfahrung kam auch die Reife für die überregionale Veranstaltungen, und so fand in 1978 erstmals eine Gauausscheidung in Lage statt. Und ein Jahr später war die Bezirksausscheidung in Lage zu Gast.
Obwohl die Herren in grün oft als streng angesehen werden, bei der technischen Abnahme der Fahrzeuge waren sie auch oft bei Nachbesserungen kleiner Defekte behilflich.

Achtziger Jahre - Zeiten ändern sich

Die Fahrradturniere wurden auch Anfang der Achtziger Jahr fortgesetzt. 1980 gewann Michael Köhler, der ja anschließend auch als Trialfahrer für den MSC Lage fuhr. Bis 1984 wurden die Fahrradturniere noch durchgeführt.

Zuletzt wurden nur niedrige Teilnehmerzahlen erreicht, da von Versicherungen und Banken das Werbepotential dieser Veranstaltungen entdeckt wurde und mit den entsprechenden Werbeetats nahmen diese Institutionen nun Fahrradturniere unter Eigenregie in ihren Veranstaltungskalender auf.

Trialsport in den 80ern

Auch die Trialsportveranstaltungen setzten in den Achtziger Jahren ihre Mühlenbink-Tradition fort. Es wurden sowohl Jugend- als auch GF-Trials im Jahr durchgeführt, 1980 mit Felix Kranstöver, dem mehrfachen deutschen Meister, als Sieger. 1981 hat der MSC Lage eine eigene Jugendtrialgruppe gegründet. Ein entsprechendes Trainingsgerät wurde angeschafft, und die erste Saison mit Ralf Büker und Mike Westerheide als Fahrer konnte beginnen.

Mit Ausnahme der Jahre 1986 und 1987 wurden weiterhin jährlich das Jugend- und GF-Trial veranstaltet- In den beiden Jahren fiel das GF-Trial aus.

Der Verein musste schon einmal erleben, dass eine Veranstaltung aufgrund äußerer Einflüsse nicht mehr ausgeführt werden kann. Nun kam auch für den Trialsport im Mühlenbrink 1989 das Aus. Trotz aller Bemühungen war aufgrund des Gebietsausweises als Landschaftsschutzgebiet und schützenswertes Naturgelände eine Genehmigung der Behörden nicht mehr zu erhalten. Das ist bedauerlich, entspricht aber auch dem gesellschaftlichen Wertewandel, der dem Naturschutz mehr und mehr Vorrang gibt, und manchmal artet der Schutzanspruch in ein Politikum aus, das nicht einmal Spielraum für Kompromisse auf dem "kleinen Dienstweg" zulässt.

Nicht zuletzt aufgrund der Situation eines 100prozentigen Ausfalls an motorsportlichen Veranstaltungen stellte sich für den Club nun die Sinnfrage nach seiner Existenzberechtigung. Aber noch war es nicht soweit, und dieses Jahrzehnt hatte einiges zu bieten, über das es sich zu berichten lohnt.

Erfreulich ist erst mal, dass die jugendlichen Trialfahrer des MSC Lage Anfang der Achtziger zu den besten im ADAC-Gau Ostwesfahlen-Lippe gehörten. Entsprechende Ehrungen blieben nicht aus.

Im Oktober 1987 machte der Club eine zweitägige Ausflugsfahrt ins Emsland. Die Fahrt begann mit der Besichtigung des Jagdschlosses Clemenswerth in Sögel auf der Hinfahrt. Am gleichen Tag wurde eine Kutschfahrt mit Wagen von der Ponderosa unternommen. Dazu gehörte auch ein Vortrag über die Magnetschwebebahn "Transrapid" im Gasthaus, eine Emsfahrt mit der obligatorischen Emstaufe und der Besichtigungs des Heimatmuseums in Papenburg.

Im Folgejahr wurde eine Fahrt ins "Blaue" veranstaltet. Da die Fahrt am 30. April Stattfand, lag es natürlich nahe, die ganze Sache mit dem "Tanz in den Mai" abzuschließen. Alle hatten viel Spaß auf der Fahrt durch den Solling und dem anschließenden Fest in der Schenken-Küche in Ovenhausen mit Square-Dance und Holzschuh-Tanz.

Da wäre noch das am 05. Juni 1988 stattfindende Stadtfest der Werbegemeinschaft Lage zu nennen, auf dem wir vor dem Rathaus einen größeren Informationsstand mit Motorädern, Prospekten und dem ADAC-Mobil aufgebaut hatten.
Und am 27. August war der MSC Lage auf den Verkehrssicherheitstagen in Lage mit einem Fahrradturnier präsent.
1988 gab es eine einschneidende Veränderung im Vorstand. Nach 22 Jahren als Lenke der Geschicke des Vereins und in vielen Ämtern im Motorsport tätig, beendete Fritz Hummert seinen Vorsitz auf der Jahreshauptversammlung. Er wurde vom Vorsitzenden des ADAC-Gau Westfahlen-Ost, Herrn Schulze-Waltrop, verabschiedet und, wie Fritz Gerwien, zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Das Amt des Vorsitzenden übernahm nun Friedhelm Schlüter.
1989 waren die gestiegenen Teilnehmerzahlen beim GF- und Jugendtrial die eine Sache. Eigentlich ganz erfreulich. Andererseits wurde die Veranstaltung anonym angezeigt, wodurch die eigentlich genehmigte Veranstaltung einer Betrachtung der Umweltbehörden unterzogen wurde, was mit dem bekannten Ergebnis endete.

Zum Seitenanfang
Die Neunziger - Alles Neu ?!

Zu Beginn des neuen Jahrzehnts begannen aufgrund der Situation zwei Überlegungen über die Zukunft des Vereins die sich grundsätzlich unterschieden.
Der MSC Lage war 1951 als Motorsportclub mit dem Gewicht auf den Motorradsport gegründet worden. Das hatte sich 40 Jahre nicht geändert. Bleibt diese Zielrichtung bestehen, und ergeben sich im Motorradsport keine Betätigungsfelder für die sich die Vereinsexistent auszahlt, muss man die Auflösung des Vereins in Betracht ziehen. Oder sollte man in die Richtung von Stadttrial- und Kartveranstaltungen gehen, die der MSC Lage ja bereits als Schauvorstellung auf den v.g. Stadtfesten durchgeführt hatte.
Nachdem 1991 auf der Jahreshauptversammlung der Entschluss gefasst wurde, sich nun auch neuen Sportbereichen zu widmen, wurde auch gleich eine Kart-Rennsportveranstaltung im Stadtgebiet geplant, die aber aufgrund von Anliegerproblemen nicht zustande kam. Es bleib in diesem Jahr bei weiteren Demoveranstaltungen auf dem Stadtfest Lage und ein Jahr später anlässlich eines "Tags der offenen Tür" im Gewerbegebiet Seelenkamp. Auch ein Stadttrial war für 1992 fest in die Planung aufgenommen worden. Der Club hatte seine Krise überwunden.

Das wichtigste Ereignis 1991 war jedoch die Jubiläumsveranstaltung des MSC Lage. 40 Lage Motorsport sind eine lange Zeit und erfolgreich war sie ohnehin. Nun fand die Feier zur Zeit des Golfkrieges im Nahen Osten statt und der Vorstand hatte sich entschlossen, die Feierlichkeiten aus diesem Grund nicht als Abendveranstaltung, sondern als Sonntagsempfang zu gestalten. Allen sportlichen Schwierigkeiten des MSC Lage zum Trotz haben die gesellschaftlichen Veranstaltungen darunter nie gelitten, wie ein Ausflug nach Ziegenhagen im Oktober 1991 zeigte. Nachdem nun durch die Forcierung der Trial- und Kartsportaktivitäten wieder Bewegung ins Vereinsleben gekommen war, zeigte ein neuer Veranstaltungsvorschlag die neue Fächerbreite des MSC- Angebots. Oldtimerfahrten gehörten ab 1993 als Dauerveranstaltung zu den sportlichen Veranstaltungen des MSC Lage. Dazu gleich mehr.

Trial-Revival mitten in der Stadt
Stadttrial

Die Stadttrials wurden ab 1992 als Wettkampfveranstaltung durchgeführt. Eingeladene Fahrer aus dem regionalen Umfeld haben hier die Möglichkeit zu Meisterschaftsehren in ihrem ADAC-Regionalverband durch die erfolgreiche Teilnahme an dieser und anderer Stadttrialveranstaltungen befreundeter Clubs in Ostwestfahlen-Lippe zu kommen.
Der MSC hat seine Trials immer im Rahmen größerer Stadtfeste durchgeführt, um von der Zuschauerresonanz zu profitieren. 1992 und 1993 wurden für die Ausstattung der Sektionen künstliche Hindernisse aus Reifen, Betonröhren, Baumstämmen, Holzkonstruktionen u.ä. gebaut, um entsprechende Sektionen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zu bieten.

Das Einladungsturnier wurde ab 1994 mit ADAC-Pokalwertung ausgetragen. 10 Fahrer bewarben sich in jeder Veranstaltung um den Sieg.
Aufgrund des hohen Aufbauaufwandes wurde das MSC-Stadttrial nicht in jedem Jahr durchgeführt. 1996 und 1997 fielen die Trials aus. Und ab 1999 wurde kein Trial mehr durchgeführt. Insgesamt wurden fünf offizielle Stadttrials in Lage veranstaltet. Neuauflage eher Ungewiss.

Zum Seitenanfang
Oldie but Goldie
Oldtimer

Es ist schon interessant zu sehen, das Motorräder die am Beginn des MSC Lage im Grasbahnsport als aktuelles Material gefahren wurden, nun heute das alte Eisen darstellen.

Als Rolf Braun 1992 die Veranstaltungsreihe initiierte und in den Folgejahren auch weiter betreute, ahnten wir nicht, dass das so ein großer Erfolg mit Selbstläufereffekt wird.

Bis heute sind neun Oldtimerausfahrten durchgeführt worden. Allesamt positive und angenehme Veranstaltungen sowohl für Veranstalter als auch für die Teilnehmer. Es scheint so zu sein, dass die Ruhe der alten Schätzchen auf alle ausstrahlt.

Premiere hatte der Schnauferl-Club am 04.07.1993 im Seelenkamp, als sich erstmals 33 Teilnehmer auf die Strecke machten. Selbstverständlich kommt es hier nicht auf Geschwindigkeit an, denn es soll ja eine Ausfahrt sein. Die Strecke ist in einen Vormittags- und Nachmittagsteil unterteilt. Damit dennoch Wettkampfcharakter für die Wertung aufkommt, werden kleine Aufgaben in Sonderkontrollen gestellt, für die Punkte erzielt werden können.

Die Unterteilung der Fahrzeuge erfolgt in 5 Klassen nach Bauart und Alter der Fahrzeuge. Wichtig ist, hier zu erwähnen, dass es sich um eine reine Motorrad-Veranstaltung handelt. Dies wurde bewusst so gewählt, weil bei kombinierten Oldtimerveranstaltungen mit PKW-Beteiligung die Motorräder immer ein Stiefmütterchen-Dasein pflegen. Entsprechend sind die Teilnehmerzahlen dort eher gering, bei den Club-Ausfahrten garantiert das eben auch Teilnehmerzahlen von 35 bi 50 Fahrern, je nach Witterung am Veranstaltungstag.

Wurden die Ausfahrten noch zu Beginn mit wechselndem Start-, Mittags- und Zielorten veranstaltet, so hat diese Veranstaltung seit 1995 eine "Heimat" im Industriemuseum "Alte Ziegelei" in Lage-Hagen gefunden. Nicht nur thematisch passt dies hervorragend zum Veranstaltungstenor, sondern auch die logistischen, räumlichen und technischen Bedingungen sind dort in den Jahren immer besser geworden. Und das Museum wird ständig weiter ausgebaut.

Traditionell ist auch die Verpflegung. Der Lippische Pickert ist trotz eines Änderungsversuches seitens des Veranstalters nicht von der Speisekarte zu verdrängen. Es ist halt alles auf Tradition ausgerichtet.
Die Oldtimerfahrten werden sicher noch einige Jahre ihre Attraktivität bewahren, und sie tragen zum Bekanntheitsgrad des MSC Lage in der Umgebung ihren Teil bei.

Aktuell wurde in diesem Jahr bei der Veranstaltung am 20.05.01 auch eine Pokalwertung für den ADAC-Regionalverband Ostwestfahlen-Lippe in die Veranstaltung eingebaut. Am Teilnehmerverhalten hat sich aber nichts dadurch verändert.

Zum Seitenanfang
Neue Jugendgruppe im Kart
Kartsport

Zu beginn der Neunziger Jahre gab es viele Diskussionen um die Bildung einer für den MSC Lage neuen Sparte: Kartsport. Vier Räder brachten die Nähe zum Automobilsport und entsprachen damit nicht dem Grundgedanken des Motorradclubs der bisherigen Jahre. Dann kam aber trotzdem die Zustimmung auf der Mitgliederversammlung. Zunächst handelte es sich natürlich auch hier im Motorsport, und es wird hier wertvolle Jugendarbeit geleistet. Genau wie und den Veranstaltungen der Mofa- und Motorradturniere, oder der Trial-Jugendgruppe.

Begonnen hat alles mit dem Kontakt zwischen dem damaligen Sportleiter Frank Nebelsiek und unserem heutigen Jugendleiter Joachim Busse. Er erklärte sich damals bereit, beim MSC Lage eine Jugendgruppe aufzubauen. Die Anfänge 1993 waren denn auch gleich recht vielversprechend. Nicht nur dass sich schnell eine schlagkräftige und engagierte Gruppe von Kindern und Jugendlichen fand, sondern es setzten auch gleich dank der intensiven Trainingsarbeit die sportlichen Erfolge ein. Die Anschaffung eines eigenen Karts1993, des zweiten Karts 1995 und des Karts für die Veranstaltungsklasse "Kart 2000" im Jahre 1999 boten der Gruppe Trainingsbedingungen, die auch zu den Topleistungen in der Folgezeit führten.

Die Gruppe nimmt seit 1994 an den Jugend-Kart-Slalom-Veranstaltungen des ADAC Ostwestfahlen-Lippe und den Läufen zu Lippischen Landesbrand-Pokal teil. In den letzten zwei Jahren kam die Kart 2000-Slalom-serie dazu.
In der Rückbetrachtung sind viele Ergebnisse im einzelnen und auch Gesamtergebnisse sehr erfolgreich.
Schon im ersten Jahr 1994 gab es vordere Platzierungen in den Klassen und Teilnahmen an überregionalen Meisterschaften.

1995 wurde Christopher Busse 3. in der Regionalwertung seiner Klasse und Janine Rhiemeier fuhr beim NRW-Supercup Masters als bestes Mädchen eine Top-Platzierung ein. 1996 wurde Christopher Busse 3. seiner Klasse in der ADAC Regionalwertung und 3. beim Pokal der Lippischen Landesbrandversicherung.
Mit seinem Bruder Oliver fuhr er bei den überregionalen Veranstaltungen NRW-Supercup und Norddeutsche Meisterschaft. Svenja Schwichtenberg wurde NRW’s schnellstes Mädchen 1996.
Zwei Jahre später 1998 wurde das in der Breite der Platzierungen beste Jahr der Jugendgruppe. Janine Rhiemeier für auf den 9. Platz der Norddeutschen und auf den 36. Rang der Deutschen Meisterschaften.
Auch in 2000 setzten sich Erfolgserlebnisse fort. Da aus Kindern schnell Jugendliche, und aus Jugendlichen schnell Erwachsene werden, konnten die Älteren der Jugendgruppe an Jugend-Kart-Slalom-Veranstaltungen bald nicht mehr teilnehmen. Diese weichen nun auf die Kart 2000-Serie aus und haben mit der letzten Kartanschaffung auch entsprechendes Trainings- und Wettkampfgerät.

Oliver Busse, in 2000 noch Meister beim Lippischen Landesbrand-Pokal geworden, hat den Sprung in den Auto-Slalom-Sport gewagt, und nimmt am VW Lupo-Cup des ADAC OWL sehr erfolgreich teil. Schon im ersten Jahr hieß das Endergebnis Platz 3.

Neben den Fahrerfolgen hat der MSC Lage natürlich auch eine eigene Jugend-Kart-Veranstaltung nach Lage geholt.
1994 zunächst noch in einer Doppelveranstaltung mit dem MSC Hermannsdenkmal auf den Parkplätzen des Realmarktes in Detmold. Aber schon im Folgejahr fand der 2. Jugend-Kart-Slalom des MSC Lage im Heimatort auf dem Parkplatz des Marktkaufes statt.

Aufgrund der Menge der Vereine im Regionalverband des ADAC OWL, die Slalom-Veranstaltungen durchführen wollen, können in Lage nur noch im 2-Jahresintervall Veranstaltungen stattfinden. Die letzte fand in diesem Jahr vor zwei Wochen im Industriepark Meise statt.

Es ist immer wieder erstaunlich, mit welchem Einsatz die Kinder und Jugendlichen ihrem Sport nachgehen. Die angeblich nur auf Spaß ausgerichtete Generation der Jugendlichen findet hier im Verein offensichtlich Gefallen an der intensiven Trainingsarbeit, lernen Gruppendisziplin und suchen immer nach einem Weg der Verbesserung der eigenen Fahrkunst. Und auch die in den letzten zwei Jahren erhebliche Mengensteigerung von Veranstaltungen, die eine Spezialisierung auf bestimmte Klassen notwendig macht, hat die Fahrer noch nicht ermüdet. Es geht also doch.

Zum Seitenanfang
MSC Lage - Aktiv in der Gemeinde
Was sonst noch so geschah...

Nun gehörte das letzt Jahrzehnt nicht allein Motorsportlichen Aktivitäten. Man kann es sich denken, dass die reiselustige MSC-Gesellschaft diverse Unternehmungen durchführte.

Gleich zu Beginn in 1993 stand für die Stadt Lage ein wichtiges Datum im Kalender. Der 150. Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte musste gebührend gefeiert werden. Also wurden alle Vereine in Lage aufgefordert sich an dem geplanten Umzug zu beteiligen. Für den MSC Lage ein leichtes, denn eine günstigere Präsentationsmöglichkeit gibt es nicht. Ein Abschleppwagen mit Anhänger wurde kurzerhand zum Festwagen, auf dem die breite Palette des MSC-Motorsports präsentiert, und von einer Jury der Stadt später auch prämiert wurde.
Im Oktober des gleichen Jahres am Martinstag vor der dunklen Jahreszeit wurde eine vor Jahren bereits durchgeführte Verteilungsaktion von Kleidungsreflektoren (kurz Blinkies genannt) an den Schulen und Kindergärten wiederholt.
Clubfahrten gab es natürlich auch. 1995 beispielsweise hieß das Ziel die Kasseler Oldtimerbörse mit Verlängerung der Fahrt zur Sababurg mit Tierpark im benachbarten Reinhardswald.

1996 gab es einen Besuch im nahegelegenen kleinen Automuseum in Hörstmar. Ein Jahr später ging die Reise etwas weiter in die Warsteiner Brauerei und anschließend zur Seerundfahrt auf dem Möhnesee.

Thematisch etwas näherstehend dann in 1997 nach über vierzig Jahren mal wieder ein Abstecher ins Hannoveraner VW-Nutzfahrzeuge-Werk. Ein paar Wochen später waren wir zu Gast in der Spirituosenfabrik Schlichte in Steinhagen. Na dann Prost.

Abschließend sollte vielleicht noch erwähnt werden dass wir von unserer Gemeinnützigkeit nicht nur überzeugt sind, sondern dies nach einer Satzungsänderung nun auch offiziell von den Finanzbehörden anerkannt worden ist.